Klimagipfel in Kopenhagen: Minimalkompromiss ist eine Enttäuschung, weil man sich nicht auf ein konkretes Ziel hat einigen können.
Was war das Ziel?
Es sollte ein neues internationales und rechtlich verbindliches Klimaschutzabkommen verhandelt werden, das an die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, die 2012 abläuft, anschließt.
Eines der bedeutenden Elemente dieses Abkommens sollte sein, die Erwärmung der Erde auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit, zu begrenzen. Weitere Eckpunkte waren, die Zusagen der Industrieländer über Finanzhilfen an die Entwicklungsländer, die ab dem Jahr 2020 bis zu 100 Milliarden Dollar pro Jahr bekommen sollen. Des Weiteren sollte sich über Themen wie Technologietransfer und Waldschutz geeinigt werden.
Aber das Hauptziel war das „2-Grad-Ziel“. Um das zu erreichen, müsste bis zum Jahr 2050 der Ausstoß von Treibhausgasen halbiert werden. Zur Erreichung dafür wurden leider keine konkreten Handlungsweisen definiert und sind deshalb auch nicht in dem Minimalkonsens enthalten.
Vereinbarung getroffen?
Nach stundenlangen Verhandlungen wurde das „Kopenhagen Accord“ von 25 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Angela Merkel und Barack Obama, verabschiedet, das oben genannte Forderung enthielt. Voraussetzung um es auch in die Tat umzusetzen zu können war, dass es von allen beteiligten Staaten des Gipfels ohne Gegenstimme angenommen wird. Eine Gruppe armer Staaten, darunter der Sudan, Venezuela, Bolivien und der Inselstaat Tuvalu, sprachen sich allerdings gegen das Papier aus, da sie das Verfahren als undemokratisch empfanden. Um den Gipfel nicht ganz scheitern zu lassen, wurde der Vorschlag gemacht, die Erklärung lediglich zur Kenntnis zu nehmen, wenn schon keine Zustimmung erfolge. Dieser Vorschlag wurde schließlich vom Plenum gebilligt.
Was ist dennoch positiv?
Es ist immerhin ein Anfang gemacht. Es ist als Zeichen des Willens, voranzuschreiten, zu sehen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Zeit immer knapper wird, um die gesetzten Ziele tatsächlich zu erreichen und potentiell katastrophale Folgen zu verhindern.
Wie wird es weiter gehen?
Ein verbindliches Weltklimaabkommen, also rechtlich verbindlicher Uno-Vertrag liegt noch in weiter Ferne. Hoffnungen liegen auf den neuerlichen Zusammenkünften in diesem Jahr im Sommer in Bonn und im Dezember in Mexico.
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